Keto und Schlaf: Wie eine ketogene Ernährung die Schlafqualität verbessert

Ist der Schlaf während einer ketogenen Diät besser oder schlechter als bei einer kohlenhydratreichen Ernährung? Lerne in diesem Artikel, was die Wissenschaft dazu sagt und ob der Schlaf bei Ketose tatsächlich besser ist.

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Nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst, von Experten geprüft und durch aktuelle Studien belegt.

Bestimmt hast du schon einmal von der gefürchteten Keto-Schlaflosigkeit gehört.

Diese Schlafstörungen bei Keto sind eine häufige Phase, die Menschen durchlaufen, wenn sie von einer höheren Kohlenhydrat-Ernährung zu einer kohlenhydratarmen Keto-Diät wechseln.

Aber was ist mit deiner Schlafqualität, wenn du dich an die ketogene Ernährung angepasst hast und in Ketose befindest?

Ist dein Schlaf tiefer und erholsamer, wenn dein Körper Ketone anstelle von Glukose als Treibstoff nutzt?

Auch wenn zu Beginn einer ketogenen Diät der Schlaf durch die Stoffwechselumstellung etwas darunter leiden kann, behaupten viele Menschen, dass ihr Schlaf besser und tiefer ist, nachdem sie in Ketose sind.

Und tatsächlich haben zahlreiche Studien diese Behauptungen untermauert. Die Schlafqualität wird bei Keto tatsächlich besser.

Du verbringst etwa ein Drittel deines Lebens im Schlaf, was etwa 250.000 Stunden im Laufe eines Lebens entspricht (1).

Dennoch ist der Schlaf einer der geheimnisvollsten Aspekte der Menschheit.

Eine Sache, die wir sicher wissen: Der Schlaf ist lebenswichtig – nicht nur für die tägliche Leistung und die Gehirnfunktion, sondern auch der Schlüssel zu einem längeren Leben und mehr Gesundheit.

Daher ist es nur sinnvoll, dass du wissen willst, wie dein ketogener Lebensstil deinen Schlaf beeinflusst.

Doch zuerst, einige wichtige Fakten über den Schlaf.

Schlafen für Leistung und Langlebigkeit

Eine erholsame Nachtruhe für den durchschnittlichen Erwachsenen sollte zwischen sieben und neun Stunden liegen, weshalb viele Menschen jede Nacht etwa acht Stunden Schlaf anstreben.

Allerdings hat jeder Mensch unterschiedliche Bedürfnisse, wenn es um den Schlaf geht. Und das hängt von verschiedenen Faktoren ab, von deiner Ernährung und deinem Aktivitätsniveau bis hin zu deinem Alter und Stressniveau (2).

Der Schlaf ist nichts anderes, wenn dein Körper die Möglichkeit hat, sich auszuruhen und sich zu regenerieren. Im Schlaf repariert sich dein Körper und neue Muskeln und anderes Gewebe wächst, Knochen werden aufbaut und dein Immunsystem gestärkt.

Gehirnzellen nutzen die Zeit, die du im Schlaf verbringst, um Moleküle zu beseitigen, die mit einer Hirndegeneration verbunden sind (3).

Ein chronischer Schlafmangel von weniger als sechs Stunden pro Nacht erhöht nachweislich dein Risiko für (4):

  • Fettleibigkeit (um 21%)
  • Schlaganfall (um 22%)
  • Diabetes (um 25%)
  • Koronare Herzkrankheit (um 35%)

Eine Studie hat nachgewiesen, dass es viel wahrscheinlicher ist, dass du unbeabsichtigt mehr Kilos zunimmst, wenn du regelmäßig zu wenig Schlaf bekommst (5).

Forscher haben ebenfalls festgestellt, dass Menschen, die weniger schlafen, dazu neigen, häufiger zu naschen, sich nach kohlenhydratreichen oder zuckerhaltigen Mahlzeiten zu sehnen und tagsüber mehr Kalorien zu sich zu nehmen als diejenigen, die ihre empfohlenen Stunden Schlaf erhalten (6).

Dies wurde in einer Studie gezeigt, in der den Teilnehmern jeweils die gleichen Kalorienmengen zum Essen gegeben wurden, aber die eine Hälfte der Gruppe schlief 8,5 Stunden, während die andere Hälfte nur 5,5 Stunden Schlaf erhielt.

Bei den Personen, die nur 5,5 Stunden schliefen, stellt man fest (7):

  • Sie waren häufiger hungrig
  • Das Fett, das sie gegessen haben, wurde häufiger als Körperfett gespeichert, anstatt es zu verbrennen
  • Hatten 55% weniger Erfolge beim Abnehmen
  • Eine 60% größere Wahrscheinlichkeit, Muskel- und fettfreie Körpermasse zu verlieren

Das sind alles riesige Probleme, die deinem Gewichtsverlust und deinen Körperzielen im Wege stehen, und sie alle resultieren aus einem Mangel an gutem Schlaf.

Neben der Gefährdung der allgemeinen Gesundheit führt schlechter Schlaf auch zu:

  • Geringere Produktivität: Weniger Motivation, Stimmungsschwankungen, Trägheit und schwankende Energieniveaus (8).
  • Fahrunfälle: Der ADAC verknüpft schläfriges Fahren mit zahlreichen Verkehrsunfällen pro Jahr. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zu Crashs z.B. nach Sekundenschlaf zeigen nur die Spitze des Eisbergs. Erfasst werden lediglich Unfälle mit Personenschaden, und als müdigkeitsbedingt gilt ein Crash meist nur, wenn der Fahrer dies bei der polizeilichen Befragung selbst zu Protokoll gab. Im Jahr 2016 wurden so 1871 Übermüdungsunfälle ­registriert. Die Dunkelziffer ist nach ­Expertenschätzung immens. Statistiken zeigen, dass das Fahren mit zu wenig Schlaf genauso gefährlich ist wie das Fahren mit Alkohol (9, 10).
  • Beeinträchtigte Leistung: Studien mit Schichtarbeitern wie Ärzten, Krankenschwestern, LKW-Fahrern und Piloten zeigen, dass, wenn dein natürlicher zirkadianer Rhythmus aufgrund von „entgegengesetzten“ Arbeitszeiten unterbrochen ist, deine Leistung beeinträchtigt ist. Dies ist nur einer der vielen gefährlichen Aspekte, wenn man nicht genug Schlaf bekommt (11).

Laut einer forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse gaben rund 32 Prozent der Befragten an, dass sie regelmäßig nicht mehr als 7 Stunden schlafen. Jeder dritte Deutsche schläft also zu wenig (12).

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Da die meisten von uns also etwa acht Stunden Schlaf pro Nacht benötigen, wissen 68% der Deutschen nicht einmal, dass sie etwas falsch machen.

Was macht einen guten Schlaf aus?

Es gibt eine ganze Wissenschaft zur grundlegenden strukturellen Organisation des Schlafes, die als Schlafarchitektur bekannt ist.

Gemäß dieser grundlegenden Schlafarchitektur erlebt dein Körper im Wechselzyklus zwei verschiedene Arten von Schlaf (13):

  1. Non-Rapid Eye Movement (NREM) Schlaf, der tief und erholsam ist.
  2. Rapid Eye Movement (REM) Schlaf, das ist, wenn dein Gehirn daran arbeitet, Erinnerungen oder Momente zu speichern und abzulegen.

Der erste Schlafzyklus dauert zwischen 70 und 100 Minuten; die folgenden Zyklen dauern jeweils etwa 90-120 Minuten (14).

Etwa 75-80% deiner gesamten Schlafzeit verbringst du im NREM-Schlafes (15).

Es gibt drei Stufen des NREM-Schlafes (16):

  • Der Schlaf der Stufe N1 dauert eine bis sieben Minuten, wenn du vom Wachzustand zum Einschlafen übergehst. Dies ist die leichteste Phase des Schlafes und die, bei der man am einfachsten wieder aufwacht.
  • Der Schlaf der Stufe N2 dauert im Anfangszyklus etwa 10 bis 25 Minuten und verlängert sich mit jedem Zyklus danach. N2, bekannt als echter Schlafzustand, macht 40-50% deiner Schlafzeit aus.
  • Der Schlaf der Stufe N3-4 hat viele Namen: Slow Wave Sleep (SWS), Deep Sleep, Delta Sleep, etc. Diese Phase macht bei durchschnittlichen Erwachsenen etwa 20% des Schlafes aus und dauert zwischen 20-40 Minuten. N3-Schlaf ist notwendig, damit du dich am nächsten Tag erholt und ausgeruht fühlst.

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Warum ist es so wichtig, über diese Schlafphasen bescheid zu wissen?

Weil, obwohl der meiste Schlaf in Phase N2 stattfindet, kann der Schlaf in Phase N3 der erste sein, der verschwindet, wenn du zu wenig Schlaf bekommst (17).

Zu wenig Tiefschlaf zu bekommen, ist äußerst negativ für die Gesundheit.

Warum der Tiefschlaf so wichtig ist

Der Schlaf der Stufe N3-4 oder Slow Wave Sleep ist die Tiefschlafphase deines Körpers.

Du brauchst tiefen Schlaf, um grundlegende körperliche und geistige Aktivitäten durchzuführen. Du kannst vielleicht ohne Tiefschlaf funktionieren, aber der Tag wird dir ziemlich schwer vorkommen, ohne erholsamen Tiefschlaf (18).

Ein weiterer Grund, warum du tiefen Schlaf brauchst? Du musst alle drei Phasen des NREM-Schlafes durchlaufen, bevor du in den REM-Schlaf gelangst.

REM-Schlaf macht 20-25% deiner gesamten Schlafzeit aus. Körperlich ist diese Schlafphase durch schnelle Augenbewegungen (Rapid Eye Movement) gekennzeichnet, in der sich deine Augäpfel beim Schlummern schnell von einer Seite zur anderen bewegen.

Jeder REM-Zyklus dauert etwa 90 Minuten und jede Periode sollte im Idealfall im Laufe der Nacht länger werden (19).

Im letzten und längsten REM-Schlafzyklus hat man am ehesten lebendige oder seltsame Träume (20).

In dieser Phase des Schlafen verarbeitet dein Gehirn auch alles vom Tag und speichert es in das Langzeitgedächtnis.

Also, du brauchst alle drei Stufen, ohne Unterbrechungen, um eine wirklich erholsame Nacht zu haben.

Wie eine ketogene Diät den Schlaf beeinflusst

In der Vergangenheit hat es einige Diskussionen darüber gegeben, dass eine Low-Carb-Diät deinen Gesamtschlaf verkürzen kann.

Neue Studien zeigen, dass die Qualität deines Schlafes nachweislich besser wird, wenn du eine ketogene Ernährung befolgst und auf Kohlenhydrate verzichtest.

Das liegt vor allem daran, dass dein Körper bei Keto in der Lage ist, die frühen Schlafphasen schneller hinter sich zu lassen und schneller in die Tiefschlafphase einzutreten, was zu einer erholsameren Nachtruhe und noch besseren Gesundheitsergebnissen führen kann.

Doch schauen wir uns einmal an, was die Wissenschaft dazu sagt.

Studien über den Schlaf während Keto

Die National Sleep Foundation (NSF) beschreibt eine erholame Nacht mit qualitativ hochwertigem Schlaf wie folgt (21):

  • Einschlafen in 30 Minuten oder weniger.
  • Nicht mehr als einmal aufwachen.
  • In weniger als 20 Minuten wieder einschlafen, wenn man aufwacht.

  • Mindestens 85% der gesamten Zeit, in der man im Bett ist, schlafen.

Jetzt denke mal zurück an deinen Schlaf, bevor du mit der ketogenen Diät begonnen hast.

Hast du Nächte mit hoher Schlafqualität gemäß diesen vier Anzeichen erlebt? Oder hast du häufiger Probleme, einzuschlafen oder durchzuschlafen?

Eine schlechte Schlafqualität ist sehr weit verbreitet. Die nachfolgende Statistik zeigt die Ergebnisse einer Erhebung des Robert-Koch-Institutes zum Schlafverhalten der Deutschen (22).

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Rund 13,4 Prozent der erfassten Männer im Alter von 18 bis 29 Jahren wurden als von Schlafstörungen betroffen klassifiziert – bei Frauen im Alter von 18-29 Jahren gaben 19,1% an, an Schlafstörungen zu leiden.

Je Älter wir werden, desto größer ist die Wahrscheinlichtkeit, eine Schlafstörung zu entwickeln, wie z.B.:

  • Schlaflosigkeit
  • Narkolepsie
  • Schlafapnoe
  • Restless-Legs-Syndrom
  • Schlafwandeln

Eine ketogene Ernährung kann in der Lage sein, diese vier Marker für die Schlafqualität zu verbessern, bestimmte Symptome und Auslöser von Schlafstörungen zu lindern und dir deutlich mehr Energie zu geben, wenn die Sonne aufgeht.

Hier einige Fakten, die wissenschaftlich belegt und der der Beweis dafür sind, wie Ketose deine Schlafqualität verbessern kann:

Eine ketogene Diät erhöht den REM-Schlaf

Während einer Studie zur Beurteilung des Schlafes von 18 Kindern mit therapieresistenter Epilepsie setzten die Forscher die Teilnehmer drei Monate lang auf eine ketogene Ernährung.

Eine Keto-Diät half, die Häufigkeit und Schwere von Anfällen zu reduzieren – ein klarer Sieg für sich allein. Aber es veränderte auch die Schlafzyklen der Teilnehmer.

Obwohl Keto die Gesamtschlafzeit der Kinder deutlich verkürzte, bewahrte es die Schlafzeit des Slow Wave Sleep und erhöhte den REM-Schlaf.

Dank der zusätzlichen Slow Wave Sleep und REM-Schlafzeit stellten die Forscher „eine signifikante Korrelation“ zwischen mehr REM-Schlaf und einer Verbesserung der Lebensqualität der Kinder fest (23).

Später setzten 11 Kinder aus der Studie eine Keto-Diät fort und wurden nach 12 Monaten neu bewertet. Forscher fanden heraus, dass eine nachhaltige ketogene Ernährung:

  • Die Tagesmüdigkeit deutlich verminderte
  • Die REM-Schlafzeit noch weiter verlängert wurde

Das sind erstaunliche Ergebnisse, vor allem für Personen, die während des Tages häufig Phasen von Müdigkeit verspüren oder sich energielos fühlen, wie die nachfolgende Studie zeigt.

Keto und Narkolepsie

Narkolepsie ist eine seltene, lebenslang andauernde neurologische Erkrankung, die zu einer Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus führt und sich durch eine übermäßige Tagesschläfrigkeit auszeichnet.

Narkolepsie hat eine Reihe von Symptomen, von Muskelschwund bis hin zu Schlafstörungen. Aber jeder mit Narkolepsie wird Excessive Daytime Sleepiness (EDS) erleben, das durch einen unwiderstehlichen Drang zum Schlafen während des Tages gekennzeichnet ist – und das jeden Tag (24).

In einer Studie folgten neun Patienten mit Narkolepsie acht Wochen lang einer kohlenhydratreduzierten ketogenen Diät.

Wissenschaftler haben ihre Symptome mit dem Narcolepsy Symptom Status Questionnaire (NSSQ) gemessen, welches Themen wie Schlafstörungen und Konzentrationsfähigkeit bewertet (25).

Die Teilnehmer der ketogenen Diät verbesserten nicht nur ihre Tagesschläfrigkeit, sie senkten auch ihren NSSQ-Gesamtwert um 18% (26).

Auch wenn du möglicherweise eine ketogene Ernährung nicht primär für besseren Schlaf befolgst, führt das Abnehmen bei Keto ganz nebenbei zu eine gesünderen Schlafzyklus.

Gewichtsverlust bei Keto verbessert die Schlafqualität

Schätzungsweise 60% aller Männer haben eine obstruktive Schlafapnoe (OSA) und Schnarchen nachts (27).

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Und 86% der fettleibigen Menschen mit Diabetes leiden an OSA (28).

Mit OSA hat es dein Körper schwer, den Sauerstoff zu bekommen, den er braucht, während du schläfst. Dies führt dazu, dass du Nachts schnarchst, würgst oder nach Luft schnappst und wegen Sauerstoffmangel automatisch aufwachst.

Wie du dir vorstellen kannst, kann das Ersticken und Keuchen nach Luft die ganze Nacht über deine Schlafqualität enorm beeinträchtigen.

Menschen mit OSA haben oft auch mit folgenden Problemen zu kämpfen (29):

  • Tagesmüdigkeit
  • Ermüdung
  • Abgeschlagenheit
  • Reizbarkeit
  • Gedächtnisverlust
  • Konzentrationsprobleme
  • Langsame Reaktionen
  • Morgendliche Kopfschmerzen

Zu denken, dass eine obstruktive Schlafapnoe nur ein Ärgernis ist, ist die falsche Einstellung.

Die Diagnose einer OSA kann schlimme Folgen für deine Gesundheit haben und bedeutet:

  • Dass du doppelt so häufig an Depressionen leidest.
  • Das Risiko eines Schlaganfalls verdoppelt sich.
  • Das Todesrisiko ist 3x höher als bei jemandem ohne OSA.
  • Erhöht dein Risiko für einen kardiovaskulär bedingten Tod um das 5-fache.

Da die meisten Menschen an OSA leiden, weil sie übergewichtig oder fettleibig sind, ist es sinnvoll, dass die Gewichtsabnahme helfen kann, die Symptome zu lindern oder OSA ganz loszuwerden.

Und da Keton Fett wegpustet, können Sie vielleicht eine beträchtliche Menge an Gewicht verlieren und die damit einhergehende OSA umkehren.

Deshalb haben Forscher in einer Studie sechs krankhaft fettleibige Teilnehmer im Alter von 12 bis 15 Jahren auf eine modifizierte Version einer Keto-Diät gesetzt. Acht Wochen lang aßen die Teilnehmer eine proteinreiche, kohlenhydratarme und fettarme Ernährung, die als K1 bekannt ist.

Danach folgte 12 Wochen lang eine zweite Diät mit zusätzlichen Kohlenhydraten (K+2-Diät).

Bei der Abschlussbewertung wurden folgende Ergebnisse festgestellt (30):

  • Die Teilnehmer verloren durchschnittlich 15 kg während der K1-Diät und weitere zwei Kilo während der K+2-Diätphase.
  • Der Körperfettanteil verringerte sich von 51% auf 44% während K1; und dann auf 41,6% während K+2.
  • Die Teilnehmer verloren hauptsächlich Körperfett während der ketogenen Diät.
  • Die Teilnehmer verloren keine magere Muskelmasse.

Lassen wir dir beeindruckenden Studienergebnisse mal beiseite, was sagt diese Studie über den Schlaf bei Keto aus?

Bei jedem Teilnehmer wurde zu Beginn der Studie übermäßige Schlafzeiten im Slow Wave Sleep und nur wenig Zeit im REM-Schlaf gemessen. Doch der Gewichtsverlust nach der ketogenen Diät erhöhte den REM-Schlaf und senkte den Slow Wave Sleep auf „fast normale“ Werte.

Die Schlussfolgerungen der Wissenschaftler?

Eine ketogene Ernährung kann „effektiv zur schnellen Gewichtsabnahme“ eingesetzt werden, was dann zur Wiederherstellung eines gesunden Schlafzyklus beiträgt.

Während wir noch mehr Forschung benötigen, um die komplizierten Besonderheiten von Keto und Schlaf herauszufinden, sind diese Studien vielversprechend für jeden, der mit Übergewicht zu kämpfen hat und Gewicht verlieren möchte oder die Qualität seines Schlafes verbessern möchte, oder beides.

Aber was ist, wenn du eigentlich bisher immer regelmäßige, erholsame Schlafzyklen hattest, bis du angefangen hast, eine Keto-Diät zu befolgen? Ja – du bist nicht allein. Viele Menschen erleben zu Beginn einer ketogenen Ernährung das, was man Keto-Schlaflosigkeit nennt, und das ist völlig normal.

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Schlafstörungen bei Keto vermeiden

Viele Keto-Beginner berichten, dass sie an Schlaflosigkeit leiden, nachdem sie auf Kohlenhydrate verzichten, selbst wenn sie vorher nie Probleme beim Schlafen hatten.

Es gibt mehrere Ursachen für Schlafstörungen oder Schlaflosigkeit, die nicht ernährungsbedingt sind, einschließlich:

  • Stress, Angst und Depressionen
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Hormonelle Veränderungen oder Zustände
  • Bestimmte Krankheiten
  • Medikamente
  • Schlafapnoe
  • Koffein und andere Stimulanzien
  • Der Melatoninspiegel wird durch blaues Licht von Bildschirmen beeinflusst

Doch wenn deine Schlaflosigkeit gerade erst als Folge deiner neuen ketogenen Diät begonnen hat, sind die wahrscheinlichsten Ursachen diese hier:

  1. Ein Elektrolyt-Ungleichgewicht, bekannt als die gefürchtete Keto-Grippe. Dies sollte nur so lange dauern, wie du dich in der Phase der Keto-Anpassung befindest. Wenn du in den Fettverbrennungsmodus wechselst, ist es sehr wahrscheinlich, dass du einen viel besseren Schlaf erleben wirst.
  2. Dein Körper wechselt von der Verwendung von Glukose zu Fett als primäre Energiequelle. Es stellte sich heraus, dass sich dein Körper an den Stoffwechsel der Makros einer Keto-Diät anpassen muss, und diese Anpassung kann dein Schlafverhalten beeinflussen (31). Keine Sorge – das ist nur vorübergehend.
  3. Du strotzt vor Energie aus Ketonen. Da gesunde Fette wie Butter, Kokosöl und MCT-Öl deinem Gehirn und Körper einen Schub geben, hast du bei Keto mehr Energie, als du den ganzen Tag über verbrauchen wirst. In den ersten Wochen bei Keto wirst du vermutlich Probleme beim Einschlafen haben, Nachts häufiger aufwachen oder sehr früh ohne Wecker bereits wach sein. Dein Schlaf wird aber mit der Zeit besser werden und dein Schlafqualität von der Ketose profitieren.
  4. Das Fasten erhöht deinen Cortisolspiegel. Fasten oder intermittierendes Fasten (Intervallfasten) kann das Stresshormon Cortisol bei Frauen und solchen, die besonders empfindlich auf drastische Ernährungsumstellungen reagieren, erhöhen. Höhere Cortisolwerte bedeuten, dass du dich besonders unruhig und nervös fühlen wirst, und es kann auch deine Schlafqualität beeinträchtigen.
  5. Mitten in der Nacht auf die Toilette, um die Glykogenspeicher auszuscheiden. Während du dich auf dem Weg in die Nahrungsketose befindest, verbrennt dein Körper seine letzten Glykogenreserven. Jedes Gramm Glykogen hat drei bis vier Gramm Wasser an sich (32). Wenn du also gespeichertes Glykogen verbrauchst, setzt dein Körper auch eine Menge Wasser frei. Und ja, das bedeutet häufigeres Wasserlassen und nächtliche Toilettenbesuche. Auch das wird vorübergehen.

Ein Hinweis zur gesteigerten Energie durch MCTs

Wenn du zu Beginn einer ketogenen Ernährung an Schlafproblemen leidest, könnte es daran liegen, dass du zu viel Energie hast.

Mittelkettige Triglyceride oder MCTs sind eine Art Fettsäure, die den normalen Verdauungsprozess umgehen und direkt zur Leber gelangen, um dort in Ketone umgewandelt zu werden.

Das bedeutet schnelle, saubere Energie für Gehirn und Körper. Das sind tolle Neuigkeiten. Aber nicht nachts.

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MCTs sind technisch gesehen kein Stimulans, aber viele Menschen berichten, dass sie enorme Energieschübe, verbessertes Denkvermögen und eine insgesamt bessere Leistung spüren, wenn sie MCT-Öl einnehmen.

Verwendest du MCT Öl aber zu nahe an der Schlafenszeit, kann es dich beim einschlafen oder durchschlafen behindern.

Deshalb ist die beste Zeit für die Verwendung von MCT-Öl:

  • Am Morgen, wenn du aufwachst (z.B. in deinem Bulletproof Coffee).
  • Vor dem Training für einen zusätzlichen Energieschub.
  • Während des intermittierenden Fastens, um länger ohne Nahrung zu bestehen, während du immer noch die mentale und physische Energie hast, die du brauchst, um deinen Tag zu überstehen.

Die gute Nachricht ist, sobald du deine Einnahme von MCT-Öl richtig timst und die Fettanpassungsphase überwindest, werden die kurzfristigen Nebenwirkung der Keto-Schlaflosigkeit vorbeigehen und du wirst all die Verbesserungen für den Schlaf erhalten, die wir heute besprochen haben.

Fazit

Deine Ernährung kann sich auf dein Schlafverhalten auswirken – und umgekehrt.

Schlafmangel und Schlafprobleme können sich negativ auf deine Nahrungswahl am nächsten Tag auswirken. Daher ist es wichtig, sicherzustellen, dass sowohl deine Ernährung und dein Schlaf optimal für dich arbeiten.

Während anfängliche Nebenwirkungen eines ketogenen Ernährungsplans vorübergehende Schlafprobleme beinhalten können, ändert sich deine allgemeine Schlafqualität, dein Wohlbefinden und dein Körperzusammensetzung zum Besseren, wenn du dich an die ketogene Ernährung hältst.

Sobald du in voller Ketose bist, wird deine Schlafqualität besser sein, als vor der ketogenen Diät.

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